Weltmädchen*tag

Heute ist Weltmädchen*tag!

Mädchen* haben das Recht gewaltfrei und selbstbestimmt zu leben! Mädchen* haben das Recht auf Liebe, Respekt und Freiheit! Mädchen* haben das Recht so sein zu dürfen, wie sie sind! Um diese Rechte einzufordern und durchsetzen zu können, brauchen Mädchen* oft Unterstützung und Menschen, die sich für sie einsetzen. Zum Verständnis des „*": Wenn wir von Mädchen* sprechen, meinen wir damit alle Personen, die sich selbst als weiblich definieren und/oder von der Gesellschaft als weiblich angesehen werden.

Mit unserem feministischen Blick auf die Gegebenheiten machen wir als Mädchenhaus Bremen seit 30 Jahren darauf aufmerksam, dass auch in unserer Stadt Mädchen* in ihrer Entwicklung eingeschränkt werden, dass Mädchen* in ihren Familien Rollen übernehmen, die sie überfordern, dass Mädchen* von körperlicherer, sexualisierter oder seelischer Gewalt betroffen sind. Mädchen* müssen Abwertung und Ausgrenzung unter anderem durch Sexismus, Rassismus, Homophobie und Islamfeindlichkeit aushalten.

Seit 1992 hat die Kriseneinrichtung des Mädchenhauses knapp 2400 Mädchen* aufgenommen. In der Anlauf- und Beratungsstelle werden jährlich ca. 120 Mädchen* beraten. Zwei Wohngruppen bieten ein neues Zuhause auf Zeit, im Betreuten Jugendwohnen gibt es Unterstützung für junge Frauen* und im Mädchenzentrum Gröpelingen finden wohnortnah Angebote statt. Gemeinsam mit anderen Jugendhilfeeinrichtungen und Institutionen für Kinder und Jugendliche in Bremen tragen wir dazu bei, dass Menschenrechte Mädchen*rechte sind. Doch wir wollen nicht nur unterstützen, helfen und schützen. Wir wollen verändern! Wir fordern, dass die Ursachen für die Strukturen der Ungleicheit identifiziert und abgeschafft werden. Dazu ist jede verfügbare politische und gesellschaftliche Unterstützung, privat und öffentlich, notwendig!

In einer Welt, die einen völkerrechtlichen Vertrag, die Istanbul-Konvention braucht, um festzulegen, dass Frauen* ein Recht auf ein gewaltfreies Leben haben, dass „nein" wirklich „nein" heißt, müssen wir nach wie vor aufzeigen, dass patriarchale Strukturen nicht nur weltweit, sondern auch bei uns in der Stadt wirksam sind. Unter anderem hat die #Me Too-Debatte wieder deutlich gemacht, dass Sexismus, Erniedrigung von Frauen* und sexualisierte Gewalt in der Mitte unserer Gesellschaft stattfinden und kein Probleme von Randgruppen oder Einzelnen sind. Wir brauchen eine gesellschaftliche Ächtung von Sexismus und Gewalt! Vielleicht benötigen wir dann auch irgendwann keine Mädchenhäuser mehr...